Über mich
Ich habe lange überlegt, wie ich mich am besten vorstellen soll – und mich schließlich entschieden, einfach ich selbst zu sein.
Mein Name ist Delil Geyik, geboren am 19. Juli 1988 in Tübingen. Ich komme aus Winnenden in Baden-Württemberg und arbeite als international anerkannter Astronomie- und Landschaftsfotograf. Ich bin glücklich verheiratet und Vater einer vierjährigen Tochter – das „glücklich“ beim verheiratet hat übrigens meine Frau eingefordert, aber wer wäre ich, ihr zu widersprechen? ;)
„In den letzten Jahren hatte ich die Ehre, dass meine Arbeiten in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Zudem wurden drei meiner Aufnahmen von der NASA (APOD) erwähnt – für jeden Astrofotografen eine besondere Auszeichnung.“

Von den brennenden Barrikaden zur Stille der Nacht
Schon früh wollte ich verstehen, wo wir herkommen und wohin wir gehen – nicht nur als Menschen, sondern als Teil eines größeren Ganzen. Mit sechzehn hielt ich zum ersten Mal eine Kamera in der Hand. Damals zog es mich auf Demonstrationen, ich dokumentierte Bewegung, Spannung, Emotion. Ich wollte sehen, was wirklich passierte – jenseits der Schlagzeilen. Eines meiner Bilder erschien im Spiegel Magazin.
Doch irgendwann wurde mir klar: Lärm und Wut hinterlassen keine Ruhe. So begann mein Rückzug – nicht von der Welt, sondern zu ihr hin. Die Natur wurde mein Zufluchtsort. Zwischen Nebel, Fels und Wind fand ich das, was ich auf den Straßen vermisst hatte: Stille, Weite, Klarheit. Aus Ideologien wurden Blenden, aus Parolen Belichtungszeiten. Und zum ersten Mal fühlte sich alles nach mir an.


*Für maximalen Dynamikumfang nutze ich Timeblending: Vordergrund in der Blauen Stunde, Milchstraße in der Nacht, jeweils aus derselben Position.
*Startrail – Zusammensetzung aus mehreren hundert Einzelbelichtungen, ausgerichtet auf Nord- oder Südstern, zeigt die Rotation der Sterne um die Himmelsachse.
Der Moment, der alles veränderte
2013 veränderte sich mein Leben tiefgreifend. Mein Vater erkrankte schwer und starb im November desselben Jahres. Ich spreche selten darüber, doch sein Vertrauen und seine Ruhe begleiten mich bis heute – in jedem Bild, das ich mache. Ein Jahr später reiste ich nach Kurdistan, nach Dersim, um sein Grab zu besuchen. Es war der 22. Juli 2014 – ein Datum, das alles veränderte. Nach dem Besuch wanderte ich durch Täler und Kornfelder, umgeben vom mächtigen Taurusgebirge. Eigentlich wollte ich den Sonnenuntergang fotografieren. Doch als die Nacht hereinbrach, glühte über mir ein Meer aus Sternen. Ich stellte meine Kamera auf, wählte dreißig Sekunden Belichtungszeit – und als das Bild erschien, stockte mir der Atem. Ich hatte die Milchstraße fotografiert, ohne es zu wissen. Erst Tage später schrieb mir jemand: „Du hast die Milchstraße aufgenommen.“
Seit dieser Nacht bin ich ihr verfallen...

*Die Aufnahme des Pferdekopfnebels erfolgte ausschließlich im H-Alpha-Spektralbereich

*Orionnebel (M42 / NGC 1976), 6 Stunden RGB-Aufnahme.
„Mit der Deep-Sky-Astrofotografie befasse ich mich seit zwei Jahren. Dieses anspruchsvolle und zugleich faszinierende Teilgebiet der Astronomie erfordert das präzise Zusammenspiel zahlreicher Parameter. In Zukunft möchte ich mich noch intensiver darauf konzentrieren und mein Wissen in diesem Bereich weiter vertiefen.“
Vom Zufall zur Berufung
Was als Zufall begann, wurde Leidenschaft. Ich wollte verstehen, was ich sah – und warum es mich so tief berührte. Ich las, lernte, experimentierte, verbrachte Nächte unter freiem Himmel. Aus Neugier wurde Wissen, aus Wissen Berufung. Mit den Jahren wuchs meine Arbeit über Grenzen hinaus. Aus kleinen Workshops wurden internationale Reisen, aus Begegnungen Freundschaften. Meine Fotografien erschienen in über hundert Fachmagazinen weltweit, wurden in Wettbewerben ausgezeichnet und sogar von der NASA erwähnt. Ich schrieb Artikel über Astrofotografie, arbeitete mit Marken wie Carl Zeiss und Fornax Mounts zusammen und durfte erleben, wie aus einem nächtlichen Zufall eine lebenslange Geschichte wurde.
Heute
Heute arbeite ich in der Industrie – im Vertrieb für Sony in Baden-Württemberg – und führe mein eigenes Fotogewerbe weiter.
Die Liebe zur Natur und zu den Sternen ist geblieben. Sie hat mich zu den Polarlichtern Islands geführt, in die Wüsten Namibias, zu den dunkelsten Himmeln der Erde.
Mein Antrieb bleibt derselbe: den Himmel nicht nur abzubilden, sondern zu begreifen – Strukturen, Dynamik, Spektren und Zeit. Und Menschen zu zeigen, dass in der Stille der Nacht oft mehr Leben steckt als im grellsten Licht des Tages. Dunkelheit ist kein Mangel, sondern der Raum, in dem Erkenntnis sichtbar wird.
In den letzten Jahren hatte ich die Ehre, mit zahlreichen Magazinen und Zeitschriften zusammenzuarbeiten – von renommierten Fotomagazinen bis hin zu international bekannten Institutionen.



























